• Au Pair Geschichten
Veröffentlicht am September 23, 2019

Ein neues Zuhause finden

Lernen, Veränderungen zu mögen - genau wie mich selbst.

Von Gianna Liliana

Im Februar 2018 begann ich mich für das Cultural Care Au Pair Programm zu bewerben – und seitdem habe ich so ziemlich jeden einzelnen Instagram Takeover verfolgt. Das hat mich schnell inspiriert und seitdem habe ich davon geträumt Au Pair zu werden!

 

Nun, bin ich hier – mit einer eigenen Au-pair-Geschichte.

 

Meine Erfahrung als Au Pair war so eine Achterbahnfahrt! Ich bin jetzt seit über 9 Monaten in den USA und ehrlich gesagt könnte ich nicht glücklicher sein. Aber ich war nicht immer nur glücklich- es gab für mich definitiv einige Höhen, aber auch Tiefen. Aber beginnen wir am Anfang….

Ein neues Zuhause finden

Ich kam im Juli 2018 in die USA und es hat mein Leben verändert. Ich bin bei meiner Gastfamilie in Rhode Island eingezogen. Trotz toller Erinnerungen an die schöne kleine Strandstadt, in der wir lebten, war schnell klar, dass ich und meine Gastfamilie nicht gut zusammenpassen. Nach nur 2 Monaten im Programm ins Rematch zu gehen, war sehr schwer für mich, und ich begann an allem zu zweifeln. In dieser Zeit kamen mir tausende Fragen in den Sinn. Bin ich nicht gut genug, um ein Au Pair zu sein? Soll ich einfach meinen Traum aufgeben und nach Deutschland zurückkehren? Ich fühlte mich so schuldig wegen allem. Ich fühlte mich, als wäre ich nicht erwachsen genug, um diesen Job zu machen! Ich zweifelte total an mir.

 

Aber ich machte weiter – ich kämpfte weiter. Ich bin so froh, dass ich es getan habe, denn ich fand die beste Gastfamilie aller Zeiten. Ich zog also im September nach Northern Virginia und bin so unglaublich glücklich, dass ich nicht aufgegeben habe! Ich habe mich ehrlich in Virginia und Washington D.C. verliebt.

 

Jetzt kümmere ich mich um Kristian (Kit), einen wunderbaren 8-jährigen Jungen mit leichtem Autismus, der mir gezeigt hat, wie Freundlichkeit und Begeisterung die Welt verändern können. Ich kümmere mich auch um die 5-jährige Viktoria (Tori). Tori ist meine kleine Freundin geworden – meine kleine Schwester. Ich kann mir mein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen. Mir war nicht klar, dass man Kinder, die nicht die eigenen sind, so sehr lieben kann. Natürlich gibt es harte Tage mit den Kindern, aber es gibt so viele tolle Momente, die alles wieder gut machen.

 

Was ich an meiner Arbeit am meisten liebe, ist zu sehen, wie sich die Kinder so enorm weiterentwickeln. Tori zum Beispiel hatte nicht wirklich viele Freunde, als ich damals in die Familie kam. Sie war ziemlich schüchtern! Jetzt ist sie die Königin des Spielplatzes. Alle Kinder spielen gerne mit ihr! Kit hat am Anfang viele Probleme mit dem Lesen und Schreiben gehabt. Jetzt geht es ihm so viel besser. Sein autistisches Verhalten zeigt sich nur noch sehr selten, und er ist meist einfach ein nachdenklicher kleiner Mann. Ich bin unglaublich stolz auf ihn. Als ich ihm zum Geburtstag einen “Fun Day” geschenkt habe – einen Tag, an dem wir etwas Zeit miteinander verbringen konnten – war er so unglaublich glücklich. Er hat mich so sehr umarmt und ich hatte Tränen in den Augen. Ich fühlte mich so geliebt und wie ein Teil der Familie.

 

Um ehrlich zu sein, hat sich meine eigene Persönlichkeit so sehr entwickelt, weil ich gelernt habe, mein Leben und meine Arbeit mit den Kindern hier zu lieben! Zuerst muss ich zugeben, dass ich von Virginia nicht sehr beeindruckt war. Aber langsam begann ich, die Schönheit des Staates zu sehen. Der Frühling und der Herbst sind hier besonders unglaublich. Es gibt so viel Natur und ich kann nicht aufhören, zu staunen, wenn ich auf Straßen fahre, die direkt durch den Wald führen.

 

Ich habe tolle amerikanische Freune und natürlich auch Au-pair-Freunde gefunden. Ich begann, meine Freunde jeden Donnerstagabend in meinem Lieblingscafé zu treffen – es gibt einen Open-Mic-Abend, zu dem wir gerne gehen. Junge Künstler können dort auf der Bühne auftreten und es ist einfach toll, ihre Fortschritte über die Monate hinweg zu sehen. Ich fing an, mich in Manassas, der Stadt, in der ich lebe, zurechtzufinden, und ich brauche meine Navigation fast gar nicht mehr. Als die Routine kam, veränderten sich die Dinge wirklich und der Ort wurde zu meinem Zuhause. Als ich während der Frühjahrsferien einige Zeit allein in Denver, Colorado, auf Reisen war, hatte ich ein wenig Heimweh. Aber mir wurde klar, dass ich mein Zuhause in Virginia vermisst habe, nicht mein Zuhause in Deutschland! Das hätte ich nie gedacht.

Ein neues Zuhause finden

Die USA zu bereisen ist zu einem meiner größten Hobbys geworden. Bisher war ich in 15 Staaten. Ich habe mich in viele Orte verliebt und bin sehr dankbar für jede Erfahrung. Es ist schwer für mich, einen Lieblingsplatz auszuwählen, aber San Diego in Kalifornien und Austin in Texas stehen definitiv ganz oben auf meiner Liste! Auch wenn das Reisen nicht immer perfekt ist, macht es Dich aufgeschlossener gegenüber anderen Menschen und anderen Kulturen.

 

Die Zeit ist wirklich verflogen, und es ist so traurig, dass sich meine Zeit bei meiner Gastfamilie schon dem Ende zuneigt. Aber die gute Nachricht ist: Ich setze meine Reise als Au Pair in San Francisco fort, weil ich 9 Monate bei einer anderen Familie verlängert habe! Ich bin sicher, dass es schwer sein wird, ein neues Leben woanders zu beginnen, aber ich bin sicher, dass dies die richtige Entscheidung war! Ich freue mich darauf, neue Dinge zu erleben, neue Leute kennenzulernen und eine tolle Beziehung zu meinen neuen Gastkindern aufzubauen. Vom Reisen, über das Finden toller Freunde, das Gefühl, sich im Winter ein wenig niedergeschlagen zu fühlen, bis hin zur Faszination für die kleinen Dinge, denke ich, dass ich eigentlich so gut wie alles erlebt habe. Und ich bin hier, um andere zu inspirieren – um sie zu ermutigen, ihre eigene Reise zu beginnen. Und um ihnen zu sagen, dass sie nicht aufgeben sollen!


Hallo, ich bin Gianna Liliana aus Deutschland! Ich bin 19 Jahre alt und lebe in Manassas, einer schönen kleinen Stadt in Nord-Virginia. Zu meinen Talenten gehört es, überaus enthusiastisch zu sein und mich über fast alles freuen zu können. Ich kenne alle 50 Staaten mit ihren Hauptstädten auswendig und habe einen sehr "amerikanischen Sinn für Humor"!

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