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Veröffentlicht am August 6, 2019

6 Dinge, die Du als Au Pair lernst

Wie ich Dinge über mich und die Welt herausfand

Von Laura Correa

Es ist eine Herausforderung meine Au-pair-Erfahrung in nur einem Blogbeitrag zusammenzufassen!
Man sollte nicht nur nostalgisch in die Vergangenheit schauen, sondern schätzen was man hinter sich lässt, um sich zu einem besseren Menschen zu entwickeln. Man sieht das Leben aus anderen Augen. Ich hoffe, dass Du in diesem Beitrag merkst, dass Au Pair zu sein noch viel mehr bedeutet als nur coole Bilder zu posten und mit internationalen Freunden Party zu machen. Es ist so viel interessanter und erfüllender als das. Man hofft, dass man andere Leute genauso sehr bewegt, wie sie einen berühren.
Also, ohne noch weiter auszuschweifen: Hier sind die 6 Dinge, die ich als Au Pair gelernt habe:

 

KULTUR SCHOCK

 

Das Erste, was ich bemerkte, als ich zum ersten Mal in die USA kam, war die Vielfalt der Menschen, ihre verschiedenen Akzente und die Art und Weise, wie sie miteinander umgingen. Es war so aufregend, überall um mich herum Englisch zu hören, und diesen Traum mit anderen Menschen aus der ganzen Welt zu teilen. Dass eine Agentur wie Cultural Care Au Pair hinter mir stand, machte mir die erste Zeit so viel einfacher. Wir haben in der Trainingschool viel über Kinder, die amerikanische Kultur und Erste Hilfe gelernt.

 

Sogar Dinge wie Geschirrspülmaschinen (ja, ich liebte sie so sehr!) waren für mich ein großer Kulturschock. Genauso wie die ganze Caft-Beer Szene, die Baseball- und Fußballspiele und Feiertage, wie Thanksgiving, 4th of July, Ostern und Weihnachten. Bei jeder Feier wurde mir klar, wie wichtig Familie ist. Außerdem bemerkte ich, dass Amerikaner Zeit ganz anders wahrnehmen als Kolumbianer. Ich musste gegen meine kolumbianischen Instinkte ankämpfen, um in den USA pünktlich zu sein. Tatsächlich kam ich nie zu spät zur Arbeit – aber was Treffen mit meinem Freund und meinen Freunden betrifft… das ist eine andere Geschichte.

 

SPRACHBARRIERE

 

Obwohl ich seit meinem 9. Lebensjahr Englischunterricht in der Schule hatte und dementsprechend ziemlich gut vorbereitet war, bevor ich Au Pair wurde, muss ich gestehen, dass es trotzdem viele Worte gab, die ich nicht kannte! Dios mío! Die Sprache ist super wichtig, damit man eine gute Erfahrung macht. Es hilft Dir wirklich, wenn Du dazu in der Lage bist, Ideen und Gefühle auszudrücken, um eine Bindung zu Deinen Gasteltern, Deinen Gastkindern und Deinen neuen Freunden aufzubauen.

 

Ich hatte meist das Gefühl, dass mir das Sprechen mit meinem Freund und meinen Freunden viel leichter fiel als das Sprechen zu Hause, wenn die Kinder laut waren oder mich oft unterbrachen. Es war auch eine große Herausforderung schnell etwas zu meinen Gasteltern zu sagen, sich zu unterhalten oder viele Anweisungen zu verstehen.. Aber wenn ich Dir einen Tipp geben kann dann ist es der: höre nie auf es zu versuchen. Sprich über das Wetter, Deine Kultur, Pläne fürs Wochenende, die Nachrichten, die Kinder, etc. Ich habe mit meinen Gasteltern nur englisch gesprochen und mit den Kindern ca. 60%. Englische Bücher und Lieder spielten eine große Rolle bei meiner Eingewöhnung und halfen mir, mich an meinen neuen Job und Lebensstil anzupassen. Versuche so viel wie möglich rauszugehen und den Amerikanern beim Sprechen zuzuhören. Umgib Dich mit englischsprachigen Personen und traue Dich auch mit ihnen über tiefere Dinge zu sprechen.

 

KINDER

 

Der Grund, warum sich dieses ganze Abenteuer am meisten gelohnt hat, waren die Kinder. Für die meisten Au Pairs sind jedoch die Englischkenntnisse und das Reisen der Grund, warum sie sich anmelden. Bei mir war das ursprünglich auch so, aber sobald Du voll dabei bist und verstehst, was Dein Leben in den letzten 1 oder 2 Jahren verändert hat, wird Dir etwas wichtiges bewusst. Das wichtigste war die Verbindung zu den Kindern, um die Du Dich kümmerst.

6 Dinge, die Du als Au Pair lernst.

Ja, manchmal ist es chaotisch, manchmal willst du weinen, und manchmal wünschst Du Dir, dass sie Dinge wie Erwachsene verstehen können – aber dann wird Dir klar, dass Du einfach umdenken und Deine Problemlösungsfähigkeiten herausholen musst. Es ist erstaunlich, wie viel man zurück bekommt, wenn man mit Kindern zusammen arbeitet. All die ersten Male, die ihr zusammen erlebt. Bei mir war es z.B. das erste Mal Schnee zu berühren oder zusammen den Grand Canyon zu besichtigen! Oder einfach im Herbst mit Blättern zu spielen. Meine Gastkinder brachten mir bei geduldig, stolz, vorsichtig, besorgt, überfürsorglich, kreativ und vor allem lustig zu sein und ich würde keinen einzigen Moment missen wollen.

 

DER AMERIKANISCHE STIL

 

Ich spreche hier von meiner persönlichen Erfahrung und möchte nichts verallgemeinern. Jedoch wissen wir wahrscheinlich alle, dass die amerikanische Kultur als vielfältig, individualistisch, ehrgeizig und habgierig definiert wird. Ich habe aber als Au Pair und Latina, festgestellt, dass das nicht alles war.

6 Dinge, die Du als Au Pair lernst.

Ich hatte das Glück, in einer Familie zu leben, in der Respekt, Kommunikation und Liebe großgeschrieben wurden. Ich habe gelernt, wie man Kinder mit Freundlichkeit behandelt und ihnen schon in jungen Jahren Werte vermittelt. Ich lernte, Dinge auszuprobieren und proaktiver zu werden. Generell wurde ich gut darin den Kontakt zu Freunden und Familie zu halten, indem man versucht sich für einander Zeit zu nehmen. Ich fing an meine Familie und Freunde mehr zu schätzen. Ich genoss auch den Small Talk und die vielen Komplimente. Ich fing an mehr zu beobachten und konzentrierte mich weniger auf mich selber, da es Großzügigkeit und Güte bedarf gute Komplimente zu machen.

 

PATRIOTISMUS

 

Besonders wertvoll ist der kulturelle Austausch als Teil der Au Pair Erfahrung. Wenn Du eine lange Zeit von zu Hause weg bist, merkst Du erst, wie sehr Du bestimmte Geschmacksrichtungen, Gerüche und Traditionen vermisst, die Du vorher vielleicht gar nicht so wahrgenommen hast. Also ergreife doch die Gelegenheit um Deinen Freunden und Deiner Gastfamilie einen Einblick in Dein Heimatland zu geben und die Dinge, die Du vermisst, mit ihnen zu teilen.

 

SOZIAL GESEHEN……

 

Ich will ehrlich mit euch sein. Es ist schön, wie sich die Wege zweier Menschen zufällig kreuzen können. Ich würde fast so weit gehen zu sagen, dass die Freundschaften, die du auf Reisen schließt, doppelt so stark sind – denn man weiß bereits, dass man eines Tages, wahrscheinlich bald, getrennte Wege gehen wird und die gemeinsame Zeit begrenzt ist. Das zwingt einen fast dazu, jeden Moment zu genießen.

 

Andererseits hat man ähnliche Gewohnheiten, weshalb es fast unmöglich ist, sich nicht mit den anderen Au Pairs und dem was sie tun zu vergleichen! Wer ist mehr gereist? Wer ist dieses Wochenende verreist? Wer spricht besser Englisch? Wer ist mutiger? Wer hat jedes Wochenende ein anderes Date? Wer hat zugenommen oder abgenommen? Es fallen Dir so viele neue Dinge ein und Du wirst innerhalb von einer Woche unglaubliche Höhepunkte erleben aber auch Tiefpunkte haben! Genau deshalb müssen wir lernen Dinge objektiv zu betrachten und versuchen alles positiv zu sehen.

 

Du wirst zwei Arten von Freunden finden, diejenigen, mit denen Du feiern gehst und eine gute Zeit haben kannst… und diejenigen, die an Deiner Seite stehen, Dich unterstützen und zu lebenslangen Freunden werden. Auch wenn alle auf der Suche nach neuen Freunden sind, kann es schwer sein, echte Freunde zu finden. Leider waren viele Beziehungen eher oberflächlich, aber versteh mich nicht falsch, ich hatte viele Möglichkeiten, unglaublich tolle Menschen zu treffen, die für immer meine Freunde sein werden.

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